© Fotoarchiv Helena Melikov

1939 – 1945

von Mathilde Jeske (Klasse 5B)

Es fing alles mit diesem Brief an. Er lag auf unserer Türschwelle. Mein Mann riss ihn auf und las vor: „Finden Sie sich am 31. August am Bahnhof mitsamt ihrer Ausrüstung ein.“ Ich erstarrte. Mein Mann wurde kalkweiß. „Ich muss in den Krieg, das werde ich nicht überleben!“, sagte er. Meine Augen fühlten sich mit Tränen.

 

Einen Monat später standen wir am Bahnhof. Nun war der Moment gekommen sich endgültig von ihm zu verabschieden. Der Zug fuhr ein. Er umarmte mich noch einmal und stieg ein. Ich hob meinen Armen und winkte so lange bis der Zug am Horizont verschwunden war.

 

Sechs lange Jahre wartete ich auf ihn und dann – am 1. September 1945 klopfte es an der Tür. Ich rannte, mit der Erwartung einen Brief zu finden, in dem Stehen würde, dass er im Krieg gefallen war. Stattdessen stand er höchst persönlich vor der Tür. Er hatte einen gebrochenen Arm, aber ansonsten fehlt es ihm an nichts. Ich ließ mich in seine Arme fallen und meine Augen wurden feucht und ich schmiegte mich noch enger an ihn. Sechs Jahre hatte ich nun auf diesen Moment gewartet – ich war der glücklichste Mensch auf dieser Welt.

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