© Fotoarchiv Helena Melikov

Das Höhlenlicht

von Ani Menua

Du nimmst mich wahr,

doch bist du blind.

Deine Augen sehen mich,

dein Geist aber nicht.

 

Meine Strahlen liebkosen,

verstecke dich nicht.

Mit Leben erfülle ich

Dein schlagendes Herz.

 

Ich bin dir nicht fremd,

ein Teil deiner Seel‘.

Ich führe dich hinaus,

wenn du mir vertraust.

 

Doch siehe dich vor:

Überschätzt du dich,

kommst mir zu nah,

ertönt dir schmerzlich:

 

„Ach, wehe das Licht,

in das ich sah!“

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